Donnerstag, 24.11. - Thanksgiving


Ja, der Donnerstag, der erste Tag unseres langen Thanksgiving Wochenendes... Wir haben unsere Weltreise nach Glendora, wo Kamals Schwester Deborah lebt, schon früh gestartet, um noch ein paar weihnachtliche deutsche Mitbringsel für das Truthahn essen zu besorgen. Deutsches Leben ist hier Los Angeles in Form des "Alpine Village" repräsentiert, eine absurde Ansammlung von schwarzwaldartig getrimmten Holzhütten um einen großen Parkplatz in Torrance. Es gibt einen "deutschen" Supermarkt, eine Wedding Chapel (wer um Gottes willen möchte dort heiraten?)und einige seltsame Läden die Sachen wie kitschige Glasschüsseln, Nussknacker, Bierkrüge, uralte Bücher (ich habe in einem sogar eine echte 2. Weltkrieg Tabak-Rationskarte gefunden - das Naziimage ist einfach nicht tot zu kriegen) und deutsches Duschgel für 8$ verkaufen. Aus den Boxen läuft Humpdataa- Musik und vor dem Supermarkt saßen 2 Alkoholiker auf einer Bierbank mit Zigarette und Dosenbier. Wenn das mal nicht Heimatgefühle hervorruft,öffentlich trinkende Männer, echte deutsche Kleinstadtathmosphäre...
Ich hatte mich echt peinlich auf den Supermarkt gefreut, ich weiß garnicht so genau warum, aber ich habe wahrscheinlich eine Art Vollkornschlarraffenland erwartet. Ich war ein bißchen entäuscht, es war alles so gemischt und es gab so seltsame Sachen, Gänseschmalz und polnische Würste, toll.Noch nicht mal echte kleine Bratwürste. Die Bäckerei war auch eher Weissbrot aber Kamal war von der Bierauswahl begeistert und so haben wir erstmal 6 Flaschen verschiedene Biere für unsere amerikanischen Freunde gekauft. Ich wollte nicht ganz uneingennützig Lebkuchen, Dominosteine und Zimtsterne mitbringen und natürlich Rot- und Sauerkraut. Es war alles so furchtbar teuer, die Zimtsterne haben 6,99 gekostet - Zimtsterne! Bitte Bitte, wink mit dem Zaunpfahl, schickt uns Zimtsterne! Und Printen! Und Lebkuchen! Hmmmm...
Ansonsten hatte der Markt echt nichts zu bieten, viel tschechisches, polnisches und schwedisches Essen, also sind wir mit unserem Mini-Deutschland Packet weitergezogen in den Osten LAs. Einen mexicanischen Flohmarkt gab es noch im deutschen Alpine Village im amerikanischen Los Angeles, aber, das ist nicht so abwegig - die Musik ist die Verbindung! Ich habe noch nie eine Musik gehört, die noch mehr deutsches Humptataa ist als mexikanische Volksmusik, sie ist deutscher als der Musikantenstadtl.
Ich glaube, ich bin neuen ethnologischen Erkenntnissen auf der Spur, erst der ethiopische Wirsing mit Kartoffeln (den wir gestern wieder gegessen haben, er schmeckt traditionell heimatlich) und jetzt die mexikanische Moik-Musik.
Utopia. One great brotherhood of Mankind...
So um 14h waren wir nach einem kurzen Kartenleserichtungseclat (ich HASSE Karten)endlich im Vorort Reihenhaus Paradies Gelendora und es war wahnsinnig heiss, drinnen aber herbstlich runtergekühlt. Wir waren sehr früh und haben uns die ganze Zeit nett unterhalten, eine Nichte von Deborahs Mann aus Trinidad war auch da. Unser Bier wurde mit mittlerer Begeisterung aufgenommen, ich habe fast das Gefühl jeglicher Alkohol ist hier ein No-No ähnlich dem Rauchen. In Deutschland wäre jetzt erstmal eine Flasche Wein oder Sekt aufgemacht worden, Begrüßungsdrink, aber hier ist Alkohol eine Entscheidung wie Rauchen und es gibt sehr viele die einfach nie trinken.Die Nichten waren auch irritiert, als ich ihnen Bier angeboten habe, ich habe mich sehr sündig gefühlt, aber nach einem Schluck Hefeweizen wars wieder gut.
Das Essen war sehr international, Amerikaner, Deutsche, 2 aus London, 3 aus Trinidad, ein Jamaikaner, schön. Kamals Schwestern sind sehr nett, die auf dem Foto ist Alice und die umgedrehte Deborah. Eine Schwester kannte er noch gar nicht, die jüngste, und sie war auch sehr nett.


Das Essen war sooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo übertrieben viel und so lecker! Jeder hat nochetwas mitgebracht und es wurde in den verpackungen einfach auf den Tisch gestellt, aus der Icebox gab es Limos aller Art (Cherry 7up...) und Tacos und Nüsse und Gemüse mit Dip und Obst und Baclava und 5 verschiedene Pies und Pumpkin Spice Cheese Cake, und Gemüse, Schinken, eine Art Brotauflauf, Reis mit Mandeln und Früchten, Süsskartoffeln mit Rosinen und Zimt, Mashed Potatoes, Gravy, Preiselbeersoße, Bohnen mit Bacon und und und... Es war alles so lecker und interessant, weil die gewürze ganz anders sind als bei uns. Süß und salzig wird oft gemischt, und es sind Sachen wie Zimt und Cardamom am Gemüse oder diesem Brotkrümelauflauf. Mag ich alles sehr! Die Nachtische Waren unglaublich SÜß, das ist zu viel für europäische Zungen, der Schoko Pie war eine fast schwarze Geschmacksexplosion und der Sweet potatoe Pie, pean pie, cherry pie, gut! Wir haben 2 große Teller mitgenommen und es war immernoch ganz viel übrig. Ich habe mich spasseshalber vor dem Essen gewogen und danach und habe ernsthaft 3 pound gegessen und getrunken, ha. Danach war ich ein Ball und konnte kaum ins Auto ;).
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