l.a. für alle!

22 Dezember 2006

Dienstag, 13.12.2006 - Vice Styler Party

Yoyoyo, tagsüber habe ich dann doch noch weiter für die Uni gearbetet, jetzt ist es aber endlich erledigt und wir sind dann nach Kamals Feierabend zusammen mit Fränze zum LACMA am Wilshire gefahren, um uns die Magritte ausstellung anzuschauen. Jeden 2. Dienstag im Monat ist alles umsonst, dachten wir zumindest, war aber leidern icht so, es war natürlich alles umsonst außer der Ausstellung, die wir sehen wollten. 12$ waren uns dann doch ein bißchen zuviel, da wir danach noch auf ein Konzert wollten. Die restliche Sammlung war aber auch nicht schlecht von der Antike bis zur Moderne alles da, was da sein muss. Nach knapp 2h hatten wir dann auc hgenug und sind zu einem berühmten Hot Dog Stand (Pinky´s) gefahren, den wir letztes Jahr schon immer im Auge hatten, wir sind aber nie dazu gekommen. Die Schlange war wie immer lang und das war auch gut so, da die ca 15 verschiedenen Hot Dogs mich Auswahltechnisch auch ziemlich überfordert haben. Am Ende hatte ich dann einen mit Tomaten und Sour Creme ,Fränze einen Spicy Polish, der so scharf war, dass sie die Wurst nicht aufessen konnte und Kamal den Mulholland Drive Dog, ein Berg von allem, Zwiebeln, Bacon, Käse und was weiß ich nicht alles. Die waren auch echt lecker aber mir ist das alles too much, ich habe danach immer eine leicht flaue Fettüberdosis.
Gestärkt sind Kamal und ich dann zu Spank Rock, Rap und elektronische Partybeatz und es war ein akustisches wie optisches Erlebnis. Die 80er snd definitiv zurück, es war als wären eine komplette Jahresedition Vice Does lebendig geworden: Karottenhosen, möglichst eng für den Herrn, mit bunt begrucktem Sweater, kniehohe Basketballschuhe und Truckerkappe, Lederjacken mit Schulterpolstern und Leggins und roten Lackpumps für die moderne Frau.Spannend! Die erste Zeit stand ich nur etwas schüchtern rum und habe mich angesichts dieser geballten Trendinvasion furchtbar furchtbar alt gefühlt, aber die Musik hat das relativ schnell geändert. Die DJs, die vorher aufgelegt haben waren der Hammer, Elektro wild gemischt mit 90er Party Hip Hop, ich will mehr davon! Spank Rock haben nach 2 mittelmäßigen Vorband so gegen 23h angefangen, wild, partytauglich und sehr witzig. Das schönste war, dass der MC ein schwarz-weißes Axel Rose Shirt trug, mit der Aufschrift "Nothing lasts forever". Hach...Bei diesem Konzert war es sowieso sehr auffällig, wie die Grenzen von schwarz und weiß sich vermischt haben, beziehungsweise aktuv durchbrochen wurden. Kannte man es vorher nur, dass weiße Kids den Style der schwarzen übernehmen, so war es hier genau andersrum, sehr gekonnt und ironisch. Elektro, enge Jeans, Axel Rose T-Shirts, Ray Ban Sonnenbrillen (ganz großes Muss)und Halstücher, ein sonst eher weißer Stil wurden von allen getragen. Das Beste war ein Little John lookalike, der im Iron Maiden T-Shirt zu einem Beatles Mash-up gecrunkt hat. Schöne neue Partywelt, vereint in die 80er...

Montag, 11.12.2006 - Comedy Store

Heute habe ich mal wieder einen Vormittag am Computer verbracht, aber endlich endlich meinen Praktikumsbericht fertig geschrieben. Kamal und Fränze mussten das restliche Jahresgeld für 2006 ausgeben und haben mich mitgenommen nach Santa Monica und beim DMV abgesetzt. Dort wollte ich meinen vorläufigen Führerschein verlängern, damit ich mir ein Auto leihen kann. Das Amt war wunderbar, die Theken in rot-weißgestreiftes Papier eingepackt, die Sitze mit grünen Nikolaussäcken überzogen und alles hing voller Glitzerkugeln und Santa Clause Schlitten. So machen selbst Behördengänge Spaß, das ist alles etwas menschlicher hier… Nachdem das erledigt war bin ich im Sonnenschein ganze 20 Blocks runter zur 3rd Street Promenade gelaufen, war dort im wunderbaren Urban Outiftters absurde Bücher und Designer Toys bestaunen und habe schließlich einigen Kindern beim Spielen in der künstlichen Schneebahn zugeschaut, die wohl jedes Jahr und jeden tag neu dirt zwischen Plastiktannen aufgebaut wird. Im Apple Store habe ich dann Kamal wieder getroffen, für die Villa wurde einiges eingekauft.

Abends hatten wir dann die spontane Idee, uns Stand-up Comedy anzugucken und sind nach eineigem Suchen nach der billigsten Show dann losgefahren zum Sunset Strip. Dort im Comedy Store war es vor 21h kostenlos und wir waren 2 von ca. 5 Gästen. Am Anfang war open mike, es gab Höhen und Tiefen aber im Durchschnitt waren selbst diese Anfaänger besser als die meisten deutschen Comedians. So ab 21h hat sich der Laden langsam gefüllt und die Auftritte wurden besser und besser, ich mag die amerikanische Unkorrektheit, wenn es um Humor geht. Sehr bissig, sehr selbstironisch und immer spontan und interaktiv. Aber: Wenn man nicht Thema jedes 2. Auftritts sein will, sollte man sich vielleicht nicht in die erste Reihe setzten, wir haben als Deutsche, Paar und für Kamals Kleidungsstil einiges abbekommen, war aber immer sehr witzig. Am Ende waren wir dann trotz Müdigkeit und Hunger ziemlich lange da und sind erst um 01h wunderbar unterhalten in unser Minibett gefallen.

15 Dezember 2006

Sonntag, 10.12.2006 - erste Schritte...


Jetlaggestört war ich um 7.15h wach, wenn auch sehr müde und bin erstmal auf den Balkon und habe mir die Sonne auf das GEsicht scheinen lassen udn das Meer betrachtet. Dann sind wir relativ früh nach Culver City losgefahren, das Haus angucken, auf das wir ab dem 25. aufpassen werden. Das Wetter war natürlich toll, blauer Himmel, Palmen,Strand und die Gegend, in die wir dann ziehen ist sehr nett. Ein sehr ruhiges Wohnviertel mit hübschen kleinen Holzhäuschen. Die Leute dort waren sehr nett und unser Pflegehund Yuckie (=eklig) erinnert mich sehr an Momo, unseren Familienhund. Bellt und wedelt gleichzeitig, hat einen grauen Bart, ist ein wenig langsam und schläft viel.Ich freue mich schon richtig auf das Haus, mit Garten und Orangenbaum, von dem wir uns jeden Morgen Saft machen können!



Nachdem die Hundegehzeiten und der restliche Haushaltskram geklärt waren sind wir los Richtung Silverlake, dort hatte ich von 14-16h meine erste Burlesquestunde und war nervös. Es war seltsam in so einer großen Stadt soetwas wie einen Nachmittagstanzkurs zu besuchen, das gehört so nach Hause finde ich. Wir waren nur zu dritt mit Lux LaCroix, einer Tänzerin, die ich letztes Jahr schonmal im Derby gesehen hatte. Ich kam sehr schnell mit allen ins Gespräch (das ist das tolle an LA...)ud nes war richtig nett! Am Anfang haben sie ein paar Tanzschritte wiederholt aus den voirhergehenenden Stunden, da konnte ich nicht wirklich mit halten, aber dann hörte man es klackern eine sehr große rote Frau mit einem sehr großen roten Koffer voller Kostüme kam durch die Tür. Sie tanzt als Renea LeRoux und schneidert für einige Burlesquemädels die Kostüme. Wir saßen alle im Kreis auf dem Boden und haben uns über Tüllberge, Strümpfe, Boas, edelsteinbesetzte Handschuhe, Federhaarteile und andere wunderbare Sachen gebeugt und die beiden haben im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Nähkästchen geplaudert. Welchen Kleber benutze ich für die Steine, wo gibt es Straussenfedern, wie plane ich mein Kostüm, damit ich elegant möglichst viele kleine Teile einzeln ausziehen kann, wie verhindere ich BH-Verhaken, wie kann ich Handschuhe werfen (Gewicht=Edelsteine ans Ende), warum sollte ich nur Perlenschnüre für Möbel nehmen und weitere spannende Sachen, auf die man sonst nicht so schnell kommt.Das alles hat auf jeden Fall sehr viel Spass gemacht und ich habe schon die ersten Showdates erfahren, zu denen ich unbedingt hinmuss.


Um 16h haben wir uns dann auf den Weg nach Hause gemacht, noch ein wenig gekocht und dann bin ich um 4rtel nach sieben an Kamal auf der Couch eingeschlafen. Dieses Mal hat mich der Jetlag echt erwischt...

Samstag, 09.12.2006 - L.A. die Vierte...




Finally
und sehr viel schneller als wir es jemals erwartet hätten bin ich jetzt auch wieder in Los Angeles, mittlerweile schon zum 4. Mal. Die letzten 10 Tage in Lüneburg waren extrem anstrengend, 2 Referate und 2 Hausarbeiten haben mich Tag und Nacht beschäftig. Ich war entweder mit meinem Rechner, dem Tablett im Capitol oder einem Weinglas verwachsen, irgendwie habe ich es doch noch geschafft neben Arbeiten und Schreiben die ein oder andere nette Abendveranstaltung zu besuchen (-> Tanztee). Aber erstaunlich, wie lang so ein Tag doch ist, wenn man ihn vernünftig nutzt...

Pünktlich als die letzten Koffer geschlossen wurden habe ich angefangen zu nießen und zu frieren und mir auf
dem Weg nach Hause erstmal eine schöne Abschiedserkältung geholt. Der Flug war trotzdem ganz ok, ich saß in einer interessanten 1. Reihe voller Auswanderer. Ein Deutscher, der aber in den Staaten lebt, neben mir ein Deutschrusse, der für 7 Jahre zum Studieren und Heiraten seiner Freundin rüber fliegt, daneben Armywife No. 1, weiß mit Cornrows, Silbercreolen und einer süßen aber ununterbrochen schreienden Tochter, sie wandert entgültig aus und daneben ein 2. Armypärchen mit nicht weniger lauter Tochter. Aus dieser Konstellation haben sich einige nette Gespräche ergeben und so ging die erste Hälfte des Fluges ziemlich schnell vorbei. In Philadelphia durfte ich dann live mitbekommen, was pasiert, wenn an den Papieren irgendetwas nicht stimmt. Der auswandernde Student hatte beim Einreisecheck einen roten Umschlag bekommen (kein gutes Zeichen) und musste sich in einem extra Büro melden, wo er verhört wurde wie ein Schwerverbrecher. Er ist 7 Tage zu früh eingereist, weil er es nicht wusste, dass man nur 10 Tage vor Visumsbeginn einreisen darf, und musste sich 20 min rechtfertigen und beweisen, dass er hier studiert. Stress! Den 2. Teil ab Philadelphia habe ich luxuriös verschlafen (ich hatte im Flieger eine ganze Reihe für mich)und bin dann um 21.30 Ortszeit und ca. 7.30 deutscher Zeit ziemlich erschöpft in LA von Kamal abgeholt worden.

Erstaunlicherweise hat es geschüttet aber es war so schön wieder da zu sein! Eigentlich eher ein nach Hause kommen, alles wirkt vertraut und ich kam mir vor, als wäre ich überhaupt nicht um die halbe Welt geflogen, sondern nur mal eben Kamal in einer anderen Heimatstadt besuchen.Die Stadt funkelt immer noch genauso,die Highways sind voll und der Himmel aubergine-orange... In der Villa Aurora angekommen haben wir nur noch kurz was gegessen und dann gings gleich ab ins Bett, in Marta Feuchtwangers schuhkartongroßem Ankleidezimmer.