l.a. für alle!

05 Dezember 2005

Freitag, 02.12. - Crabcakes & Carcrashs











Ach, es hätte ein so schöner Tag
sein sollen. Ich habe den Vormittag verschlafen, weil ich immer noch ein wenig angeschlagen bin und Erholung hier nicht zu finden ist, bei allem,was man hier nicht verpassen möchte und habe dann noch einige wenige Weihnachtsgeschenke organisiert. Kamal hatte das Auto und ich kein Fahrradschloss, also bin ich ganz harmlos bei uns die Brooks Avenue hochspaziert um mir das berüchtigte, doch ruhige Viertel mal ein wenig näher anzuschauen. Alles so unspektakulär, nur die Zäune sind sehr sehr hoch und hinter ihnen verstecken sich teileweise architektonishce Juwelen. Sehr hübsch. Auf dem Weg zu Fuss habe ich noch viel mehr Sachen enddeckt, die man mit dem Auto garnicht sieht, einen organic Kaffeeladen (Latte Machiato heisßt hier irgendwie anders und so habe ich nicht ganz das bekommen, was ich wollte), eine French Bakery und einen tollen Kleiderladen. Das war ein Glück! langsam wird es auch hier kühler und ich habe einen wunderbaren Mantel gefunden, sehr schön und sehr besonders und einen guten Ersatz für meinen verlorenen schwarzen Pulli. Ohne schwarzen Pulli geht bei mir nämlich garnichts.

Um 16h sind wir los ins Valley, nach Van Nuys, wir waren bei Margit zum Lachsessen eingeladen. Dort haben uns zwei sehr lustige Hunde empfangen (endlich wieder Hunde!) und wir haben uns gleich sehr wohl gefühlt. Das Haus ist toll, sehr sehr schön eingerichtet, modern und alt gemixt und viele bunte Wände und Kunstwerke der verschiedensten Art. Die Hunde waren ziemlich aufgedreht, sind völlig unbeeindruckt von Margits Warnungen um uns rum gehüpft und wir haben ein wenig fertig gekocht und Wein getrunken. Merkus Burger, ein Jazzpianist, hat einen frisch gefangenen Lachs mitgebracht und der wurde schnell auf den frisch gekauften Grill gelegt, konnte also nichts mehr schiefgehen. Es gab Salat und Krabben"frikadellen" mit Orangenschale und den Lachs mit Wurzelgemüse aus dem Backofen, sehr sehr lecker! Der ganze Abend war total nett, Margits Sohn und der Freund der Tochter haben mitgegessen und wir viel aus dem Kulturbetrieb zu hören bekommen. Das sind doch immer die interessantesten Hintergrundinformationen...














Sehr gut gelaunt haben wir uns dann so um 23.30h auf den weg gemacht, den Wagen nochmal voll getankt und ab auf den Freeway. Wir haben laut elektronische Musik gehört, aber irgendwann dachte ich, so taktfremd kann das Knacken und Krachen doch auch nicht sein, da habe ich das Radio etwas runtergedreht. Es war ein schlimmer Lärm unter der Motorhaube, hat sich angehört als ob einfach der ganze Motor auseinanderfällt und das Auto hat einfach nix mehr gemacht. Das auf der linken Spur des Freeways, nachts, toll. Kamal hat den streikenden und rauchenden Wagen dann noch heldenartig auf die rechte Spur gebracht und wir sind ganz schnell ausgestiegen aus der Höllenmaschine. Angst... Da standen wir jetzt also, Polizei wollten wir nicht anrufen, weil wir ja ein wenig guten Weisswein zum Essen hatten und ich überhaupt keine Ahnung habe, wie das mit dem Abschleppen hier alles läuft und wie teuer es ist. Das beste war noch die Reaktion unseres Vermieters, ich habe ihn angerufen "It´s kind of an emergency, the car broke down completely and we´re standing on the freeway" +. Sris: "Oh, that´s ok! Don´t worry!"

Ahm, no. It is not ok. It´s midnight. On the Freeway. Ja, toll. Super Hilfe. Es hat ihn nicht wirklich überrascht, wahrscheinlich war er eher verwundert, dass es überhaupt die ganzen 2 Monate noch so gefahren ist. Wir sollen es einfach stehen lassen, da, auf der Autobahn. Margits Sohn hat uns dann erettet und nach Hause gebracht, was ein Glück. Tja, jetzt steht er da, der gute Fred. Auf Wiedersehn und Dankeschön.



In Memoriam: Fred
1986 - 2005










Er war vielen ein guter
Weggefährte, sei es zum Erkunden von Los Angeles oder einfach nur als gewärmtes Luxusbett. Nach längerer Krankheit ist er sehr plötzlich und zu schnell von uns gegangen. Mitten aus dem pulsierenden Fluss des Freeways gerissen findet er jetzt seine letzte Ruhe am Rande des 405 north.
R.I.P. Fred.